On The Administrator’s Secret Service I

Kastengespräch mit viel Gefühl

Kastengespräch mit viel Gefühl

Kargash, 8. Monat (III/4). Nicht nur planmäßig, sondern ein gut Stück vor der Zeit gelangte ich nach Kargash, den Ort an dem eine der bedeutendsten Karawanenrouten aus der Tahari nach der Durchquerung der Ebene von Turia die Gestade des Thassa erreicht. Wie überaus willkommen war mir in meiner gegenwärtigen Lage, wo Sorgen und Pflichten schwer wie das Sardar auf mir lasten, die Freude des Wiedersehens mit meiner teuren Kastenschwester Talia und ihrer Tochter Aglaia! Lange haben wir uns ausgetauscht über die neuesten Entwicklungen – im Positiven wie im Negativen. Und es wäre nicht Talia, wären nicht umgehend Pläne für das weitere Vorgehen geschmiedet worden. Fürderhin gab es ein Wiedersehen mit Sanne, der umtriebigen Sklavenhändlerin, auf deren Dienste ich des Öfteren bereits zurückgreifen konnte, sowie Sir Keryx, dem Gesandten des Basileus von Jesuil. Letzterer eröffnete mir feierlich, dass der Basileus mir die Ehre zuteil werden lässt, fortan das Siegel seines Heimsteins führen zu dürfen. Eine unerwartete und überaus bedeutsame Ehrung meiner Person, für die ich dem Herrscher alsbald meine Aufwartung machen und von Angesicht zu Angesicht danken möchte. Als wäre mir der Aufenthalt in Kargash ob all dieser Annehmlichkeiten nicht bereits versüßt genug, vergönnt mir Freya zudem, Echion hier anzutreffen, in dessen starken Armen ich mich nach einer gefühlten Unendlichkeit des Sehnens wieder geborgen fühlen durfte – aye, freilich in der Verstohlenheit der Nacht und innerhalb der sicheren Wände meines Gemachs… Doch nicht nur meinem Herzen und Leibe ward in seiner Gegenwart gegeben, wonach sie verlangen. Echion ist die einzige Seele, der ich alles offenbaren kann, ja muss! Und wie eh und je wurde mein Vertrauen mit weisem Rat und verlässlicher Tat belohnt, vor allem jedoch damit, dass er, ma Kjaereste!, mir das sichere Gefühl vermittelt, nicht zu scheitern, wie beschwerlich und gefahrvoll die vor mir liegende Aufgabe auch sein mag.

Auf großer Fahrt

Auf großer Fahrt

Unter den Monden Gors, Kurs Tun, 8. Monat (II/3). Am Tage vor dem gestrigen habe ich, mein Quasi-Mündel Lady Florence und das Mädchen Vulo im Schlepptau, PK mit gemischten Gefühlen gen Vask verlassen. Unser Schiff, der „Windjäger“, ein für seine Größenklasse und Beladung (5000 Lasten) unerwartet schneller Zweimastsegler unter der Flagge des Kapitäns Caligula aus PK, wird mich, so die Götter uns wohlgesonnen sind, binnen der geplanten Zeit wohlbehalten ans Ziel meiner Reise bringen: Kargash. In PK war auch für mich, wie für jeden anderen, den man mit Turmus oder der Del-ka-Organisation in Verbindung bringen konnte, die Luft dünn geworden. Denn die Häscher des cosischen Ubars schwärmen wie die Pestfliegen über das Land. Einer von diesen, der sich als Salrus con Tabor ausgab (seine wahre Identität ist mir nicht bekannt), lockte, so mein gegenwärtiger Kenntnisstand, Lady Amira unter dem Vorwand, sie zu ihrer seit etwa einem Mond abgängigen Tochter Helena führen zu können, auf ein Schiff. Und ich finde bei allem Wünschen leider keinen vernünftigen Grund daran zu zweifeln, dass sie in dieser Ahn – so überhaupt noch am Leben – eine Gefangene oder gar Sklavin von Cos ist. Auch die Schriftenverwalterin von PK, Lady Gilian, ist abgängig, nachdem sie einer mehr als dubiosen Aufforderung des Händlers Rannug nach Ra’Rir gefolgt war und von dort bis zu meiner Abreise aus PK nicht mehr zurückgekehrt ist. Sir Cato indes war nach dem Verschwinden seiner Gefährtin über Tage für niemanden mehr zu sprechen und drohte wohl vollends dem Trübsinn anheimzufallen. Mit der Götter Beistand jedoch scheint er nunmehr die Lethargie überwunden und sich seiner Pflichten gegenüber dem Heimstein von Turmus besonnen zu haben! Einen Tag vor meinem eigenen Aufbruch verließ er PK in Richtung des Landes meiner Ahnen. Mir ließ er eine auf den Tod vertrauliche Botschaft zukommen; darin enthalten neben persönlichen Worten der vielleicht letzte, mit Sicherheit jedoch der bedeutsamste Auftrag, den er seiner Gesandten je erteilte. Mögen die Ewiglichen mir beistehen, nicht zu scheitern, gleich welches Opfer dafür zu erbringen ist!

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