There And Back Again: Mithrandriels Reisetagebuch – reloaded

Plappermäulchen Greta

Plappermäulchen Greta

Port Kar, 8. Monat (I/4). Nach Erledigung des Auftrags, den „die Gim“ mir erteilt hatte, kehrte ich nach PK zurück, wo ich von Vulo erfuhr, dass Sir Cato und Lady Amira seit gut einer Hand nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden sind. Von sinistren Befürchtungen geplagt begann ich sofort, unauffällig Nachforschungen anzustellen. Aus dem Munde Gretas, Sir Catos Sklavin, musste ich die grausame Bestätigung meiner Sorgen vernehmen: Lady Amira ist offenbar von den Häschern des cosischen „Lurchs“ verschleppt worden! Sir Cato ist darob dem Trübsinn anheimgefallen und lässt niemanden mehr zu sich vor. Ihr Götter, warum straft Ihr die rechtschaffenen Seelen derart?! Doch wo sich eine Tür schließt, öffnet sich ein Fenster, pflegt Talia stets zu sagen. Und so wollte es die Fortune, dass ich just nach dem Gespräch mit Greta die Sklavin der Kastenschwester Gilian traf – eine Begegnung, die große Hoffnung weckte und meinen Tatendrang von Neuem schürte!

Mit Vulo in der Therme von Port Kar

Mit Vulo in der Therme von Port Kar

Port Kar, Se’Kara (V/4). Jeden zweiten Tag gönne ich mir einen ausgedehnten Aufenthalt im Badehaus. Neben dem verwaisten Kontor, das hier in PK als Del-ka-Hauptquartier und Sitz der turmischen Exiladministration fungiert, ist die ungeahnt schmucke Therme einer der wenigen Orte, an denen ich mich in den Mauern dieses Piratennestes nicht unwohl fühle. Doch heute kam es zu einer besorgniserregenden Begegnung: ein Mann, der sich als Salrus con Tabor vorstellte, gab sich in den Armen seiner beiden Kajirae dem Bade hin, als ich das Haus betrat. Diese dümmlichen Dinger hatten doch glatt vergessen kenntlich zu machen, dass das Bad besetzt ist! Zwar verhielt sich der Mann über die Maßen zuvorkommend und beendete sogar sein Bad, um mir das meine zu ermöglichen. Doch eben als Vulo mir die Haare wusch, begehrten seine beiden Kajirae nochmals Einlass und erkundigten sich nach Turmus! Der Schock macht mich noch heute Zittern wie Kalanalaub! Wie schnell wird man leichtsinnig, wiegt sich in Sicherheit?! Odin stå ved!

Del-ka-HQ und Sitz der turmischen Exiladministration in Port Kar

Del-ka-HQ und Sitz der turmischen Exiladministration in Port Kar

Port Kar, Se’Kara (IV/4). Zwischenzeitlich konnte ich Vulo aus den klebrigen Fingern dieser skrupellosen Wirtsleute, die sie in Besitz genommen hatten, zurückkaufen. Sie ist mein Aug‘ und Ohr an diesem düsteren Ort – und mein Trost in einsamen Stunden. Mit der Vorsicht, die man bei der Begutachtung einer Kaissafigur aus turianischem Porzellan walten lässt, habe ich mich seit meiner Ankunft nach Sir Cato und Lady Amira und anderen Turmusianern erkundigt. Heute war die Ahn der Wahrheit und des Mutes gekommen: ich hatte Sir Cato mittels einer Botschaft um ein Treffen gebeten. Und wie groß war die Freude des Wiedersehens – auf beiden Seiten, wie mir untrüglich scheint. Er führte mich und Flo in das Versteck, welches nun das Hauptquartier von Del-ka und letztlich auch Sitz der turmischen Exiladministration ist. Dort trafen wir auch auf Lady Amira. Die Hoffnung, die mich nach PK brachte, wurde nicht enttäuscht und reift zu Zuversicht und Entschlossenheit!

Wieder im Stall: Vulo

Wieder im Stall: Vulo

Port Kar, Se’Kara (IV/2). Zwei Hand weilen Flo, die ich mit nach PK nahm, und ich nun an diesem Ort, der nicht einmal mehr im Augenwinkel der Götter zu liegen scheint. Wir sind in privater Unterkunft bei einer gewissen Etapa untergekommen, die den Mietzins mehr für ihre Verschwiegenheit denn ihre Gastfreundschaft verdient. Die einzigen Personen, denen ich meine wahre Identität bislang offenbarte, sind die wunderbare Sklavin Vulo, welche das Schicksal gleich einer Kerze in dunkler Nacht gerade hier zu mir führte, und die mir ein lebendiges Stück Heimat ist, und eine gewisse Lady Arsja, Heilerin und Gelehrte aus der Tahari, die auf der Suche nach Lady Tara und zudem wohl gut bekannt mit Isabell ist!

Die Kanäle von Port Kar

Die Kanäle von Port Kar

Port Kar, Se’Kara (II/4). Die erste Erkenntnis über PK, welche meine Erinnerung daran nachhaltig prägen wird: aye, es gibt einen Ort, an dem es bestialischer stinkt als an den Sickergruben im Fischhafen von Kassau. Es ist eine Geruchsmixtur aus brackigem Thassawasser, Exkrementen und Verwesung, die die Kanäle wie Blutbahnen an jede Stelle des verderbten Leibes dieser Stadt tragen. Und ein Zweites: es war die einzig richtige Entscheidung, mich nicht zu erkennen zu geben. Denn bereits in den ersten Ahn wäre ich um ein Haar dem Scheusal Caprus in die Arme gelaufen, jenem Piratenkapitän, aus dessen Klauen mich Echion vor beinahe auf den Tag genau drei Monden befreite.

Ankunft in Port Kar

Ankunft in Port Kar

Port Kar, Se’Kara (II/3). „Geißel des Thassa“ pflegen die Rechtschaffenen und Kastentreuen diesen Moloch aus Stein, Brackwasser und Dreck zu betiteln. Und diese Metapher scheint in vielfacher Weise zutreffend: tolerierte Piraterie, verrohte Sitten, ein Haufen Individuen, die allzu lange nicht durch die Treue zu einem Heimstein verbunden waren. Noch heute, so scheint es, führen viele das Leben von Gesetzlosen, vegetieren wie Tiere dahin ohne Ehr und Ziel, nur ihren niedersten Trieben folgend. Ich nutzte die Zeit der Überfahrt, mein theoretisches Wissen über PK um wertvolle Informationen von ortskundigen Reisenden zu ergänzen, und beschloss, mir zunächst incognito einen Eindruck von diesem Ort zu verschaffen, in dessen Zwielicht man Freund und Feind schwerlich unterscheiden kann.

Im Gespräch mit dem Basileus

Im Gespräch mit dem Basileus

Jesuil Jahesa-ia, Se’Kara (I/3). Anlässlich einer Audienz konnte ich den Basileus über die Lage am Vosk in Kenntnis setzen – soweit er nicht bereits darüber im Bilde war; ist er doch ein Mann, dem Informationen zuzuströmen scheinen wie die Flüsse dem Thassa. Auch habe ich um seine Unterstützung im Widerstand gegen die cosischen Sleen sowie im Kampf um die Befreiung von Turmus ersucht, und er zögerte keine Ihn, diese im Rahmen seiner Möglichkeiten zuzusichern. So neigen sich die unbeschwerten Tage, welche ich in Echions Gesellschaft hier in Jesuil genießen durfte, dem Ende. Morgen besteige ich, dem Ruf meiner Pflichten gegenüber dem Heimstein von Turmus folgend, mit einer Mischung aus tiefer Sorge und euphorischer Hoffnung ein Schiff nach Port Kar.

Nymphenbad in Jesuil

Nymphenbad in Jesuil

Jesuil Jahesa-ia, 6. Monat (V/5). Einer der wohl zauberhaftesten und zugleich ungewöhnlichsten Orte unter dem Zentralgestirn! Obgleich dies nicht mein erster Besuch in Jesuil ist, bereitet es mir noch immer erheblich Mühe, über den langen Schatten meiner Verhaltenskonventionen zu springen und mich den örtlichen Gepflogenheiten anzupassen. Ohne Echion käme ich mir im Kreise dieser in Geist und Habitus in bislang nicht gekannter Weise offenen Menschen so verkrampft vor wie ein Wissender in einem Serail. Echion. Wenn er an meiner Seite ist, scheint mir kein Weg zu beschwerlich, keine Gefahr mehr beängstigend. Es öffnen sich Türen, die mir auf immer verschlossen schienen – vor allem jene, die zu mir selbst führen.

Auf der Kasbah von Kargash

Auf der Kasbah von Kargash

Kargash, 6. Monat (V/2). Wie die geschwind über den Himmel ziehenden Wolken im Wechsel von Ehn Licht und Schatten auf mein Haupt werfen, so lassen die Nachrichten, die mich hier ereilen, mein Herz zwischen Freude und Betrübnis pendeln: Echion ist hier (gleißendes Licht!); Done, Talias Gefährte, weilt nicht in Kargash, sondern zog gen Vosk, um Talia und Aglaia zu suchen; Sir Kerna überbringt Nachricht von Sir Cato: den Göttern sei Dank! – auch wenn es kein Leichtes werden wird, zum Administrator vorzudringen…; Sanne, die Sklavenhändlerin, konnte noch nichts über das Schicksal turmischer Bürger in Erfahrung bringen. Morgen läuft ein Schiff gen Jesuil aus; Echion wird mich dorthin begleiten.

Im Hafen von Lyros

Im Hafen von Lyros

Lyros, 6. Monat (IV/3). Gelte es, einen Ort zu benennen, auf welchem der Götter Blick nicht nur mit Wohlwollen, sondern mit Liebe und Sehnsucht ruht, so könnte die Antwort nur Lyros lauten. Man kann nicht anders als sich wohl zu fühlen, unbeschwert. Als wären Geist und Animus einer dieser kleinen bunten Vögel der Insel. Frei und unbekümmert sich in die warme, klare Luft erhebend und das Leben genießend ohn‘ jedwede Sorgen. Doch nun, nach einer Hand Aufenthalt, heißt es zu früher Ahn Abschied nehmen: die „Vaskwind“ wird uns, so die Windgeister uns hold sind, binnen dreier Tage nach Kargash, dem nächsten Ziel unserer Reise, bringen.

Im Funduq auf Lyros

Im Funduq auf Lyros

Lyros, 6. Monat (III/3). Habe wieder mit dem Führen meines Reisetagebuches begonnen. Zur fünften Ahn war unser Schiff, das uns von Belnend aus gen Vask brachte, im Hafen von Lyros eingelaufen, von wo aus wir (Talia, Flo und ich) alsbald weiter nach Kargash reisen werden. Zunächst jedoch gilt es, den Sultan persönlich von den schrecklichen Geschehnissen und dem damit verbundenen vorläufigen Erliegen der Handelsbeziehungen zwischen Turmus und Lyros zu unterrichten. Zudem erhoffe ich mir Informationen und Rat, mag sein, sogar Unterstützung. Konstruktives Gespräch mit Sir Kerna, dem Händler. P.S.: schön, wieder hier zu sein, auch wenn das Klima an Wielands Esse kaum heißer sein könnte…

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2 Kommentare zu “There And Back Again: Mithrandriels Reisetagebuch – reloaded

  1. Mit Vulo könnte man auch zu zweit „Stille Post“ spielen und hätte kaum mehr eine Chance, auf das ursprüngliche Wort zu kommen 😉
    Wie war das noch? „Duhmuhs? Duhmuhs?? Schick die Mädchen fort, Vulo: ich kaufe nichts!“

  2. Hihi, die beiden Sklavinnen hab ich aber gehörig aus dem Konzept gebracht…ich glaube mit so nem RP hatten die nicht gerechnet *g*

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